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Hörsaal statt Hund – Darum sollten Studierende auf den Vierbeiner verzichten

  • Chiara Loria
  • Februar 14, 2026
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Der normale Home-Office Alltag: Labrador Carl lässt seine Besitzerin Leandra L. zu keiner Zeit unbewacht.
Der normale Home-Office Alltag: Labrador Carl lässt seine Besitzerin Leandra L. zu keiner Zeit unbewacht. c Chiara Loria
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Mit dem Hund in der Vorlesung – klingt cool, doch die Realität sieht oft anders aus. 

Wenn das Semester in die heiße Phase geht, Abgaben vor der Türe stehen und Koffein dein bester Freund wird, dann fehlt nur noch eines, um die Schwelle des Wahnsinns zu überschreiten: ein Hund. Viele Studierende, die sich nach dem pelzigen Begleiter sehnen, sind sich den Herausforderungen der Hundehaltung nicht bewusst. Führt man sich die Realität jedoch vor Augen, wird klar: der Vierbeiner im Studium ist mehr Ballast als eine Bereicherung. 

Ein Hund ist kein Accessoire und auch kein Statussymbol. Ein solches Tier zu halten, bedeutet viel Arbeit und Hingabe – ein paar süße Bilder für Social Media zu schießen reicht dabei nicht aus. Studierende, die mit Vorlesungen, Seminaren und einem Nebenjob jonglieren, fehlt es oftmals an der erforderlichen Zeit. Was bei Welpen die Erziehung ausmacht, sind bei älteren Hunden längere Spaziergänge, Beschäftigung oder auch Arztbesuche. Deswegen kann es für Studis mit einem straffen Studienplan schnell zu Terminüberschneidungen kommen. 

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist die Kostenfrage. Für Studentinnen und Studenten, die normalerweise schon jeden Cent umdrehen müssen, ist ein Hund eine finanzielle Herausforderung. Dabei kann alleine das Futter für den Vierbeiner mehr kosten als die täglichen Fertignudeln. Ausgaben für unerwartete Tierarztbesuche, Versicherungen oder weitere Anschaffungskosten verlangen nach einem gewissen finanziellen Puffer, ohne den es unverantwortlich wäre, ein Lebenswesen bei sich aufzunehmen.  

Nach der Uni in eine Bar oder ins Kino? Klar! Während des Studiums ist es möglich, seinen eignen Zeitplan zu erstellen und sich spontan zu verabreden. Die Flexibilität macht die Studienzeit zu etwas Einzigartigem. Ein Hund, der zuhause auf einen wartet, nimmt den Studierenden genau diese Freiheit – man ist verpflichtet, sich an einen Zeitplan zu halten und Kompromisse einzugehen.  

Auf der anderen Seite kann ein Hund durchaus als emotionale Stütze betrachtet werden: Der Vierbeiner schenkt einem Liebe und Zuneigung. Studierende, die das erste Mal von ihrem gewohnten Zuhause entfernt sind, finden in einem Hund einen Pol der Vertrautheit und Heimat. Dabei sollte das Studium Studentinnen und Studenten darin bestärken, ihre Komfortzone zu verlassen und dabei helfen, über sich hinaus zu wachsen. Ein Hund könnte schnell zu einer Ausrede oder zu einer Pflicht werden, die den Schritt in Richtung persönliche Entwicklung erschweren.  

Außerdem kann die Fokusverlagerung auf den pelzigen Freund schnell verdecken, worum es im Studium eigentlich geht: das Studieren. Das Fehlen von Zeit und der Mangel an Geld kann sich negativ auf die universitäre Leistung auswirken und zu schlechten Bewertungen und Leistungen führen. Zwischen Prüfungsstress, Geldsorgen und Hundekot wird dann versucht, die Balance zu finden und das Studium in der Regelzeit abzuschließen.  

Wie es so schön in der Covid-Pandemie hieß: Spazierengehen für die mentale Gesundheit! Ein Hund kann positive Auswirkungen auf Körper und Geist haben, was für die Anschaffung eines tierischen Freundes spricht. Doch ist leider nicht immer alles Gold was glänzt. Der Stress, Studium, Arbeit und ein erfüllendes Privatleben unter einen Hut zu bringen, kann den gesundheitlichen Mehrwert eines Hundes für Studierende überschatten. 

An letzter Stelle ist die Wohnsituation studierender Personen zu nennen. Hunde in eine Ein-Zimmer-Wohnung oder eine Studierendenunterkunft zu sperren, soweit dies überhaupt gestattet ist, lässt sich nicht als ‚artgerechte Haltung‘ definieren. Eher kann man dabei von Tierquälerei sprechen. Einen Hund in einer WG zu halten ist dabei auch nicht das Wahre. WG-Partys, wechselnde Mitbewohner und Mitbewohnerinnen und mögliche Unstimmigkeiten mit diesen aufgrund des Hundes, kann zu Konflikten führen. 

Ein Hund verlangt nach klaren Prioritäten. Das bedeutet: Hund versus Studium anstelle von Hund und Studium. Also – ein Hund während des Studiums? Lieber nicht. Klar, die Vorstellung von einem treuen Freund, der einen durch das Studienleben begleitet, klingt traumhaft. Wenn wir aber ehrlich sind, ist dies finanziell und zeittechnisch für Studentinnen und Studenten doch schwer machbar. Für Studis, die sich nach einem Freundeskreis und einem Ausgleich zum Studium sehen, hier eine Idee: wie wäre es mit den kostengünstigen Sportangeboten der Universitäten? Dabei könnt ihr nicht nur etwas für Körper und Geist tun, sondern auch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen connecten. Außerdem ist das die perfekte Gelegenheit, Dampf abzulassen und sich über die letzte Prüfung aufzuregen. Wem hier noch die haarige Komponente fehlt, könnte sich ehrenamtlich in Pflegestellen zum Gassi-Gehen bereiterklären. Für Studis, die zusätzlich was dazu verdienen möchten, ist ein Nebenjob als Hundesitter genau das Richtige.  

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