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„Ich bin wirklich froh, dass ich mein Studium abgebrochen habe“

  • Bagtas
  • Februar 25, 2026
  • 4 minute read
Studienabbrüche gelten oft als Scheitern – für viele Betroffene sind sie jedoch ein notwendiger Schritt zu mehr Zufriedenheit und Selbstbestimmung.
Studienabbrüche gelten oft als Scheitern – für viele Betroffene sind sie jedoch ein notwendiger Schritt zu mehr Zufriedenheit und Selbstbestimmung.
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Studienabbrüche sind längst keine Ausnahme mehr, sondern begleiten viele junge Erwachsene auf ihrem Bildungsweg. Persönliche Krisen, falsche Studienwahl und finanzielle Probleme gehören zu den häufigsten Gründen. Doch nicht jeder bereut diesen Schritt – manche finden auf Umwegen ihr Glück. 

Aylin*, 24, begann mit voller Begeisterung das Pädagogikstudium, um ihren Kindheitstraum zu verwirklichen: als Kindergartenpädagogin zu arbeiten. Bereits während des Studiums nahm sie einen Teilzeitjob in einem Kindergarten an – und musste bald feststellen, dass die Praxis nicht ihrem Wunschbild entsprach. „Der Personalmangel war einer der Hauptgründe, warum ich das Studium abgebrochen habe. Es war so schlimm, dass man selbst krank zur Arbeit gehen musste, weil es einfach niemanden gab, der einspringen konnte“, erzählt sie. Die stetige Überlastung zehrte an ihren Kräften, bis sie schließlich sowohl körperlich als auch psychisch erschöpft war. 

Nach langer Überlegung entschied sich Aylin für den Abbruch des Studiums – eine Entscheidung, die ihr alles andere als leichtfiel. „Es tat mir wirklich leid, aber ich musste an mich denken.“ Trotz des Abbruchs arbeitete sie noch ein weiteres Jahr im Kindergarten, um das Team zu unterstützen, bevor sie als Quereinsteigerin in eine Speditionsfirma wechselte. Heute ist sie zufrieden mit ihrem neuen Job und bereut ihre Entscheidung nicht: „Ich gehe jetzt mit Freude zur Arbeit – das war im Kindergarten nicht der Fall.“ 

Ihr Rat an andere Studierende: Sich vor einem Studienbeginn gewiss zu informieren und auch Alternativen in Betracht zu ziehen. „Es gibt viele Wege, zum Beispiel Ausbildungen über die Caritas oder BAfEB (Bildungsanstalt für Elementarpädagogik), die ebenfalls zur Kindergartenpädagogin führen.“ Ihr Fazit: „Man sollte sich gut überlegen, ob das Studium wirklich das Richtige ist. Falls nicht, sollte man den Mut haben, abzubrechen und einen neuen Weg einzuschlagen, der einem langfristige Freude bringt.“ 

Wenn der Bildungsweg nicht mehr weiterführt 

Das Studium als „klassischer“ Bildungsweg genießt in Österreich immer noch hohes Ansehen. Doch für viele endet die Hochschulzeit nicht mit einem Abschluss, sondern mit einem abrupten Ausstieg. Was auf den ersten Blick wie ein Scheitern wirken mag, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen oft als Neuanfang. 

Eine Untersuchung von Schneeberger, Karasz und Stagel (1988) zeigte bereits vor Jahrzehnten, dass hinter Studienabbrüchen häufig ein langer, innerer Konflikt steht. Belastungen durch die Doppelbelastung von Studium und Arbeit, der steigende Druck durch hohe Leistungsanforderungen sowie Enttäuschungen über die Inhalte des Studiums sind zentrale Faktoren. Diese Erkenntnisse haben bis heute Gültigkeit, wie aktuelle Zahlen belegen. 

Zwischen den Studienjahren 2008/09 und 2018/19 wurden an österreichischen Hochschulen insgesamt 660.944 Studienabschlüsse verzeichnet. Dazu zählen Bachelor- und Masterabschlüsse, Diplomstudien sowie Doktorate. Im gleichen Zeitraum registrierte die Statistik Austria jedoch auch 278.240 Studienabbrüche. Das bedeutet, dass auf etwa jeden dritten Abschluss ein Studienabbruch kommt. 

„Jeder Studienabbruch ist ein individuelles Schicksal“ 

Die steigende Zahl an Studienabbrüchen stellt auch die Hochschulen vor zunehmende Probleme. Studierende sehen sich häufig mit erheblichem Druck konfrontiert: steigende Lebenshaltungskosten, eng getaktete Studienpläne und mangelnde finanzielle Unterstützung machen den Bildungsweg oft zur Belastungsprobe. Entscheidend ist, wie die Universitäten ihre Strukturen anpassen und praxisnäher gestalten können, um diesen Belastungen gezielt entgegenzuwirken. 

Cedric Keller, Vorsitzender der Österreichischen Hochschüler:innenschaft (ÖH) Salzburg

Ein zentraler Begriff dabei ist die „Studierbarkeit“ – die Balance zwischen Studium, Arbeit und Privatleben. Für viele scheitert diese Balance, was in Überforderung und schließlich im Studienabbruch endet. „Natürlich werden wir nicht jeden Abbruch verhindern können, aber bessere Rahmenbedingungen würden vielen den Weg zum Abschluss erleichtern“, erklärt Cedric Keller, Vorsitzender der Österreichischen Hochschüler:innenschaft (ÖH) Salzburg. Keller nennt verschiedene Gründe, die häufig zu Studienabbrüchen führen: persönliche Krisen, familiäre Verpflichtungen oder finanzielle Zwänge. „Wenn Stipendien ausbleiben und gleichzeitig Mieten steigen, bleibt vielen nichts anderes übrig, als das Studium abzubrechen.“ Besonders schwerwiegend sei die Belastung durch Nebenjobs: „Viele Studierende müssen arbeiten, um sich das Studium zu finanzieren. Doch irgendwann kollidieren diese Jobs mit den Anforderungen des Studiums, und sie stehen vor einer unmöglichen Wahl.“ 

Sein Appell an die Hochschulen ist klar: flexiblere Studienpläne, stärkere finanzielle Unterstützung und bessere Begleitangebote könnten dazu beitragen, unnötige Abbrüche zu verhindern und Studierenden eine reelle Chance auf den Abschluss zu ermöglichen. 

„Arbeiten macht mich glücklicher“ 

Lukas Sturm, 26, hatte sich mit auch mit klaren Zielen für ein Studium entschieden. Seine Leidenschaft für Ernährung, verbunden mit seiner Ausbildung an einer Gastronomiefachschule, bewegte ihn dazu, ein Lehramtsstudium in den Fächern Ernährung und Englisch zu beginnen. Doch bereits nach dem ersten Semester wurde ihm klar, dass das Studium nicht seinen Erwartungen entsprach. „Ich hatte das Gefühl, dass das Studieren mich nicht erfüllt“, erzählt Lukas. Die theoretische Ausrichtung des Studiengangs und die mangelnde praktische Arbeit ließen seine Motivation schwinden. Er zweifelte daran, ob dieser Weg wirklich der richtige für ihn war. Nach zwei Semestern fasste er den Entschluss, sein Studium abzubrechen – eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut. 

„Ich habe gemerkt, dass mir das Arbeiten mehr Freude macht als das Studieren“, erklärt er. Nach dem Abbruch kehrte Lukas zunächst in die Gastronomie zurück, bevor er sich für eine Lehre als Bäcker entschied – ein Beruf, der ihn schon lange gereizt hatte. Heute ist er in seinem Handwerk angekommen und zufrieden mit seinem Weg. „Ich genieße die kreative Arbeit und sehe am Ende des Tages, was ich geschafft habe. Das gibt mir ein gutes Gefühl, das ich im Studium vermisst habe.“ Lukas betont jedoch, dass ein Studienabbruch keine Entscheidung sein sollte, die man leichtfertig trifft. „Man sollte sich gut überlegen, ob ein anderer Studiengang besser passen könnte oder ob man sich eine Auszeit nimmt, um Klarheit zu gewinnen.“ Gleichzeitig ermutigt er andere, Alternativen wie eine Lehre oder das Arbeiten in Betracht zu ziehen. „Besonders im Handwerk gibt es viele Chancen, die oft übersehen werden. Entscheidend ist, dass man einen Weg findet, der langfristig Freude und Zufriedenheit bringt.“  

Seine Geschichte zeigt, dass ein Studienabbruch nicht das Ende sein muss, sondern vielmehr der Anfang eines neuen, erfüllenden Kapitels. Für Lukas war es der Schritt in ein Berufsleben, das ihm genau das bietet, was er gesucht hat: Zufriedenheit und eine klare Perspektive. 

*Aus Datenschutzgründen wurde der Name geändert. 

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