Jungwinzer Stefan Lang aus Neckenmarkt im Burgenland spricht im Sofa Magazin über seine Ausbildung zum Winzer, den Weg in den Familienbetrieb und warum lebenslanges Lernen im Weinbau so wichtig ist. Zwischen Tradition und moderner Kellertechnik erzählt er, wie Leidenschaft und Wissen zusammenfinden, um Qualität im Glas zu schaffen.
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Stefan Lang im Sofa-Talk
Sofa Magazin: Stell dich einmal kurz vor: Welche Rolle spielst du im Weinbau-Betrieb? Was sind deine Aufgaben?
Stefan Lang: Mein Name ist Stefan Lang, ich bin Winzer im Burgenland und in unserem Familienbetrieb als Juniorchef verantwortlich für Vinifizierung, Kellereitechnik und Vertrieb.
Sofa Magazin: Dir wurde der Weinbau ja praktisch in die Wiege gelegt. Kannst du ein bisschen etwas zu der Weinbaugeschichte deiner Familie erzählen? Seit wann gibt es euren Betrieb?
Stefan Lang: Genau! Ich bin sozusagen mit Wein aufgewachsen. Unser Weingut ist eigentlich noch ein relativ junger Betrieb. Mein Opa hatte damals ein paar Weingärten und verkaufte die Trauben an die Winzer-Genossenschaft in Neckenmarkt, war also Traubenlieferant und es wurde noch nichts selbst vermarktet. Erst mein Vater fing an die Trauben selbst zu keltern und als Eigenmarke in Flaschen zu füllen. Der erste Jahrgang war 1991. Ab dann ging es relativ schnell, die Flächen wurden mehr als verdoppelt. Im Jahr 2000 wurde unser alter Streckhof renoviert und zu einem Weingut umstrukturiert.
Wein braucht Wissen
Sofa Magazin: Welche Rolle spielt Weiterbildung in deinem Beruf?
Stefan Lang: Weiterbildung ist immer wichtig. Aber die Weinherstellung ist komplexer als man denkt. Da schadet es auf keinen Fall, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Außerdem gibt es immer neue Methoden oder Geräte, über die man Bescheid wissen sollte, damit man mit der Konkurrenz mithalten kann oder einen Schritt voraus ist.
Sofa Magazin: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sind für deinen Beruf besonders wichtig?
Stefan Lang: Das ist schwierig einzugrenzen, denn es gibt keine eindeutige Antwort darauf. Denn der Beruf umfasst weit mehr als nur den Weinbau. Ein Winzer sollte ein echter Allrounder sein, da diese Tätigkeit Elemente aus verschiedenen Berufen vereint. Meine wichtigsten Skills sind:
Winzer
Fachwissen über Weinbau und Kellerwirtschaft
Biologe
Verständnis für Pflanzen, Boden und ökologische Zusammenhänge
Techniker
Umgang mit Geräten, Maschinen und moderner Kellertechnik
Mechaniker
Wartung und Reparatur von Maschinen und Geräten
Marketing-Manager
Entwicklung einer starken Marke und Kommunikation
Verkäufer
Kundenkontakt, Beratung und Vertrieb.
Das ist alles gleich wichtig und natürlich sollte man die Liebe zum Beruf und Naturverbundenheit mitbringen.
Sofa Magazin: Ist ein Studium deiner Meinung nach eine Voraussetzung, um in deiner Branche erfolgreich zu sein?
Stefan Lang: Keine Voraussetzung aber Wissen, das man in der Praxis gut nutzen kann, ist von großem Vorteil. Allerdings sollte man zuvor möglichst viel Praxiserfahrungen gesammelt haben, damit man die Zusammenhänge besser versteht. Das hat mir zumindest viel geholfen.
Qualität & Nachwuchs
Sofa Magazin: Wie läuft die Qualitätssicherung bei euch ab?
Stefan Lang: Durch Wissen, gesammelte Erfahrungen, Innovation und genaues, sauberes Arbeiten. Nur so kann man kontinuierlich und langfristig Top-Qualität halten.
Sofa Magazin: Welchen Tipp würdest du angehenden Winzer:innen geben, um in der Branche Fuß zu fassen?
Stefan Lang: Wichtig ist das richtige Verhältnis zwischen Praxis und Theorie. Ohne Theorie versteht man nichts von der Praxis und umgekehrt genauso. Man braucht Konsequenz und die Bereitschaft, weit über die 40-Stunden-Grenze zu arbeiten. Also mein Tipp: Viel Arbeiten und viel Lernen. Auch wenn das Lernen nicht zu meiner Lieblingsbeschäftigung zählt.
Wein-Empfehlungen

Natürlich Blaufränkisch! Am besten der L1 von uns. Er spiegelt unsere Philosophie optimal wieder: Ein typisch kräftiger, tanninreicher Wein, der trotz seiner dichten Struktur mit Eleganz und Samtigkeit überzeugt.
Das Weingut Lang im Burgenland (Neckenmarkt) ist ein Familienbetrieb, das auf die Verbindung von Tradition und Fortschritt setzt. Gleichzeitig spielen auch Naturverbundenheit und viel Leidenschaft eine große Rolle im Weingut. Mehr zum Weingut könnt ihr auf www.rotweinelang.at nachlesen. Oder gleich direkt zum Shop gehen!
Fazit
Stefan Lang, Juniorchef im Familienweingut, verbindet Tradition mit Innovation, wie schon sein Vater seit 1991. Für konstante Top-Qualität setzt er auf Wissen, sauberes Arbeiten und Erfahrung. Sein Rat: Praxis und Theorie vereinen, konsequent lernen und hart arbeiten.
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In Österreich gibt es viele Möglichkeiten, sich in diesem Bereich weiterzubilden. Die Website des Landwirtschaftsministeriums bietet umfassende Informationen: https://www.bmluk.gv.at/themen/landwirtschaft/landwirtschaft-in-oesterreich/pflanzliche-produktion/wein/weiterbildung.html
Viele fachspezifische Seminare findest du auch bei der Österreichischen Weinakademie: https://www.weinakademie.at/ausbildung.php
Tannine (Gerbstoffe) sind entscheidend für die Qualität von Rotwein, da sie
- ihm Struktur, Fülle und Komplexität verleihen,
- die Textur beeinflussen (Pelzigkeit/Samtigkeit),
- vor Oxidation schützen und damit die Lagerfähigkeit sichern, sowie
- Farbe und Aromen stabilisieren.
Dadurch werden Weine wie Bordeaux oder Barolo mit den Jahren weicher und entfalten tiefere Aromen. Sie sind ein natürlicher Teil der Traubenkerne, Schalen und Stängel, die bei der Maischegärung in den Wein übergehen.