Sofa Magazin
  • LEBEN
  • STUDIEREN
  • SOFA FM
  • ÜBER UNS

Archives

  • März 2026
  • Februar 2026
  • Januar 2026
  • Dezember 2025
  • November 2025
  • Oktober 2025
  • September 2025
  • August 2025
  • Juli 2025
  • Juni 2025
  • Mai 2025
  • April 2025
  • Januar 2025
  • Oktober 2024
  • September 2024
  • September 2023
  • Mai 2023
  • August 2022

Categories

  • Leben
  • SOFA FM
  • Studieren
Abonnieren
Sofa Magazin Sofa Magazin
Sofa Magazin Sofa Magazin
  • LEBEN
  • STUDIEREN
  • SOFA FM
  • ÜBER UNS
  • Studieren

Gesund leben, gesund denken: Aufgedeckt – Die häufigsten studentischen Gesundheitsmythen im Gespräch mit Joachim Knetsch, Chefarzt der Notfallmedizin am Klinikum Bamberg

  • Franka Bergmann 
  • März 4, 2026
  • 4 minute read
Studentische Gesundheitsmythen
Total
0
Shares
0
0
0

Der Kopf dröhnt und die Erinnerung an die gestrige Party ist bestenfalls lückenhaft. Willkommen im Kater-Universum! Doch die Rettung scheint nur einen Griff in den Kühlschrank entfernt: das sagenumwobene Katerbier. Ein paar Schlucke und – so verspricht die WG-Weisheit – sind Kopfschmerzen und Übelkeit wie weggeblasen. Doch ist das die ultimative Lösung oder nur ein Trugschluss, den Generationen von Studierenden weitergetragen haben? Über diesen und weitere studentische Mythen rund um die Gesundheit klärt Joachim Knetsch, Chefarzt der interdisziplinären Notaufnahme und Aufnahmestation am Klinikum Bamberg auf. Selbstverständlich dient dieser Artikel der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.  

Mythos 1: Der Schlaf vor Mitternacht ist der erholsamste! 

Früh ins Bett zu gehen, wäre das Geheimnis erholsamen Schlafs – eine Weisheit, die sich hartnäckig hält. Laut Knetsch stecke darin ein wenig Wahrheit: Der Tiefschlaf, der in den ersten Schlafzyklen besonders intensiv ist, spielt eine entscheidende Rolle für die Regeneration. Dieser trete jedoch nicht zwingend vor Mitternacht ein. Entscheidend sind vielmehr die Schlafdauer und Regelmäßigkeit. „Für Nachteulen können die frühen Stunden nach Mitternacht genauso erholsam sein, wie der Schlaf vor zwölf“, so Knetsch.   

Laut der Stiftung Gesundheitswissen heißt es jedoch, dass Schlaf, der erst in den frühen Morgenstunden beginnt, oft weniger Tiefschlaf enthält. Der Körper wechselt schneller in die REM-Phase, da die innere Uhr bereits auf den Tagesbeginn eingestellt ist. Das Problem ist also weniger die Uhrzeit an sich, sondern der biologische Rhythmus.   

Mythos 2: Zahnpasta hilft bei Schürfwunden oder leichten Verbrennungen! 

Zahnpasta als Antiseptikum auf Verletzungen, sodass sich die Keime schlechter vermehren können – klingt praktisch, ist aber ein Mythos. „Zahnpasta könnte die Haut reizen und Entzündungen noch zusätzlich fördern“, warnt der Arzt. Bei Schürfwunden oder Verbrennungen würde er empfehlen, die betroffenen Stellen unter fließendem Wasser zu reinigen und mit einem sterilen Verband zu schützen. Oft hilft auch schon eine übliche Wund- und Heilsalbe aus der Apotheke. Auch die AOK rät dringend von Hausmitteln wie Zahnpasta, Mehl, Puder oder Quark ab. Diese könnten Infektionen fördern und die Heilung verzögern. Verbrennungen sollten zudem immer zeitnah gekühlt und bei Bedarf ärztlich begutachtet werden.   

Mythos 3: Ein Schnaps fördert die Verdauung! 

Der Verdauungsschnaps nach einem opulenten Essen gehört für viele zum Ritual. Doch was bewirkt er wirklich? Alkohol entspannt zwar kurzfristig die Magenmuskulatur, verlangsamt aber insgesamt die Verdauung, da der Körper den Alkohol zuerst abbauen muss.   

Eine Schweizer Studie von 2010 zeigte, dass Alkohol nach dem Essen sogar das Völlegefühl verstärkt. Teilnehmer*innen, die Wein und Schnaps zu einem Käsefondue tranken, berichteten von stärkerem Unwohlsein als diejenigen, die Schwarztee oder Wasser wählten. „Ein Schnaps ist also kein Verdauungshelfer, sondern bleibt eher ein Genussmittel“, erklärt Knetsch. Eine Tasse Kräutertee wäre eine magenfreundlichere Alternative.   

Mythos 4: Ein Katerbier hilft gegen den Kater! 

Das Katerbier oder Konterbier, wie es oft genannt wird, gehört zu den am häufigsten weitergegebenen Mythen. Die Idee dahinter ist, dass der Alkohol im Bier die Entzugserscheinungen des Körpers mindert. Tatsächlich könnten geringe Mengen Alkohol kurzfristig das Unwohlsein lindern, da sie die alkoholbedingte Hemmung von Neurotransmittern wie GABA noch einmal anregen würden, so Knetsch. Allerdings ist das keine Lösung. Man würde nur die Wirkung des Alkohols verlängern und die Leber zusätzlich belasten. Langfristig würde der Kater durch ein Konterbier also eher verzögert als gelindert werden. Die effektivsten Methoden sind viel Wasser trinken und durch ein leichtes Frühstück und Fruchtsäfte die Elektrolyte und den Flüssigkeitsdefizit ausgleichen. Ruhe ist ebenfalls entscheidend, damit der Körper Zeit bekommt, die Giftstoffe abzubauen, erklärt Knetsch weiter. „Es gibt leider keine Zauberformel, die die Kater-Symptome sofort verschwinden lässt. Vorbeugen ist nach wie vor der beste Schutz: vorher ausreichend essen, während des Alkoholtrinkens auch mal ein Glas Wasser und einen kleinen Snack zu sich nehmen und sich nicht über die eigene Alkoholgrenze hinauswagen“, sagt Knetsch.  

Mythos 5: Sitzen ist das neue Rauchen – wie problematisch ist zu viel sitzen? 

Der Vergleich von Sitzen und Rauchen erregt immer wieder Aufmerksamkeit – und das zu Recht. „Bewegungsmangel erhöhe das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Rückenprobleme erheblich“, so Knetsch. Wer stundenlang sitzt, sollte daher regelmäßig Pausen einlegen.   

Knetsch empfiehlt, mindestens alle 30 bis 60 Minuten aufzustehen, sich zu strecken oder ein paar Schritte zu gehen. „Kleine Gymnastikübungen könnten ebenfalls helfen, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung anzuregen“, fügt er hinzu. Auch Arbeitsplätze mit verstellbarer Arbeitshöhe können hilfreich sein. Für die langfristige Gesundheit ist ein aktiver Lebensstil unverzichtbar. Deshalb finden sich hier zwei Übungen, die nach langem Sitzen besonders gut und einfach zu machen sind:  

Übung Wirbelsäulendrehung:  

Bringe die Hände vor deinem Oberkörper zusammen und baue starken Druck auf. Atme ein und drehe den Kopf beim Ausatmen langsam nach rechts. Arme, sowie Brustwirbelsäule nach links. Komme mit der Einatmung zur Mitte zurück und drehe dich mit der nächsten Ausatmung in die entgegengesetzte Richtung.  

Übung zur Dehnung der Rückenmuskulatur:  

Sorge für einen aufrechten und hüftbreiten Stand. Nun Wirbel für Wirbel nach vorne gehen, soweit es geht. Achte darauf, das Kinn zur Brust zu ziehen. Verharre kurz in der Position, bevor du dich wieder Wirbel für Wirbel aufrichtest.   

Mythos 6: Nächtliches Essen killt die Strandfigur! 

Die Meinung, dass nächtliches Essen automatisch zu Gewichtszunahme führt, ist nicht korrekt. „Entscheidend ist die Gesamtkalorienbilanz, nicht der Zeitpunkt der Mahlzeit“, erklärt Knetsch. Allerdings kann spätes Essen den Schlaf beeinträchtigen, was den Stoffwechsel indirekt negativ beeinflusst.  Für einen besseren Schlaf empfiehlt es sich, die letzte große Mahlzeit etwa zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen einzunehmen.   

Mythos 7: Lesen bei schlechtem Licht schädigt die Augen! 

Lesen bei schwachem Licht ist zwar anstrengend für die Augen, führt aber nicht zu bleibenden Schäden. „Es gibt keine Beweise dafür, dass die Sehfähigkeit langfristig leide“, bestätigt die Optikfirma Zeiss. Die Effekte sind ähnlich wie bei einer schlecht angepassten Brille: es können Symptome wie Augenmüdigkeit, Augenbrennen oder Kopfschmerzen auftreten. Die Lösung: eine ausreichende Beleuchtung, um die Augen zu entlasten.   

Gesundheitsmythen halten sich oft hartnäckig, weil sie spannend klingen und sich über Generationen hinweg verbreiten. Doch nicht alles, was man schon immer gehört hat, entspricht der Wahrheit. Ob die Zahnpasta auf Wunden, dar Schlaf vor Mitternacht oder das berühmte Katerbier – viele Mythen beruhen auf Halbwissen oder bieten bestenfalls kurzfristige Effekte. Wer lange gesund bleiben möchte, sollte sich auf fundierte Informationen und wissenschaftlich belegte Erkenntnisse stützen. 

Ein besonderer Dank geht an Joachim Knetsch, der geholfen hat, die Mythen unter die Lupe zu nehmen und ein Stück Klarheit in die Welt der studentischen Gesundheitsweisheiten zu bringen. 

Quellen: Stiftung Gesundheitswesen; AOK; PubMed; ZEISS

Total
0
Shares
Share 0
Share 0
Share 0
Related Topics
  • gesundheitsmythen
Franka Bergmann 

Voriger Artikel
  • Studieren

Der perfekte Semesterstart zwischen Chaos, Checklisten und Chancen

  • Sarah Wapp
  • Februar 27, 2026
Weiterlesen
Nächster Artikel
  • Studieren

Alles easy im Studium?

  • Fabian Grasmugg
  • März 11, 2026
Weiterlesen
Dir könnte auch gefallen
Weiterlesen
  • Studieren

Alles easy im Studium?

  • Fabian Grasmugg
  • März 11, 2026
Weiterlesen
  • Studieren

Der perfekte Semesterstart zwischen Chaos, Checklisten und Chancen

  • Sarah Wapp
  • Februar 27, 2026
Studienabbrüche gelten oft als Scheitern – für viele Betroffene sind sie jedoch ein notwendiger Schritt zu mehr Zufriedenheit und Selbstbestimmung.
Weiterlesen
  • Studieren

„Ich bin wirklich froh, dass ich mein Studium abgebrochen habe“

  • Bagtas
  • Februar 25, 2026
Wenn globale Konflikte in den Hörsaal getragen werden, geraten Universitäten zwischen Neutralitätsanspruch, Meinungsfreiheit und politischer Verantwortung.
Weiterlesen
  • Studieren

Zwischen Hörsaal und Barrikade: Wenn der Nahost-Konflikt die Universitäten erreicht

  • Antonia Bockamp
  • Februar 18, 2026
Der normale Home-Office Alltag: Labrador Carl lässt seine Besitzerin Leandra L. zu keiner Zeit unbewacht.
Weiterlesen
  • Studieren

Hörsaal statt Hund – Darum sollten Studierende auf den Vierbeiner verzichten

  • Chiara Loria
  • Februar 14, 2026
Weiterlesen
  • Studieren

Hundewunsch während des Studiums: Was sollten Studierende bedenken?

  • Chiara Loria
  • Februar 11, 2026
Weiterlesen
  • Studieren

Zügig durchs Auslandssemester – Abenteuer Interrail in der Schweiz

  • Mareike von Cölln
  • Januar 7, 2026
Weiterlesen
  • Studieren

Effizient durch den Alltag: Zeitmanagement als Superkraft der Studierenden

  • Gergana Nankinska
  • Januar 1, 2026
Sofa Magazin
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Cookie-Richtlinie
  • Erklärung zur Barrierefreiheit

Gib dein Suchwort ein und drücke Enter.

Bereitgestellt von
...
►
Notwendige Cookies ermöglichen essenzielle Website-Funktionen wie sichere Anmeldungen und Anpassungen der Zustimmungseinstellungen. Sie speichern keine persönlichen Daten.
Keine
►
Funktionale Cookies unterstützen Funktionen wie das Teilen von Inhalten in sozialen Medien, das Sammeln von Feedback und die Nutzung von Drittanbieter-Tools.
Keine
►
Analytische Cookies verfolgen Besucherinteraktionen und liefern Einblicke in Metriken wie Besucheranzahl, Absprungrate und Verkehrsquellen.
Keine
►
Werbe-Cookies liefern personalisierte Anzeigen basierend auf Ihren vorherigen Besuchen und analysieren die Effektivität von Werbekampagnen.
Keine
►
Unklassifizierte Cookies sind Cookies, die wir gemeinsam mit den Anbietern einzelner Cookies noch klassifizieren.
Keine
Bereitgestellt von