Studierende gelten als faul, doch die Realität sieht anders aus: Mehr als zwei Drittel der Studierenden arbeiten nebenbei, im Schnitt 21 Stunden pro Woche. Dennoch hält sich das Vorurteil, sie hätten viel Freizeit. Dabei liegt die wöchentliche Gesamtbelastung durch Studium und Arbeit bei 45,5 Stunden (Studierenden-Sozialerhebung 2023).
Lisa, 24 Jahre alt, studiert Betriebswirtschaftslehre und arbeitet in einem Café: „Ich stehe um sechs Uhr auf, arbeite vier Stunden, dann Uni, danach lernen und das oft bis spät in die Nacht“, erzählt sie. 70 Prozent der Studierenden berichten von wenig Freizeit, 50 Prozent von Stress und Erschöpfung. Prüfungsdruck, Zeitmangel und dazu die finanziellen Sorgen sind die größten Herausforderungen der Studierenden (awblog.at, ganznormal.at).
Ältere Generationen sehen das anders
Während frühere Generationen ohne Anwesenheitspflichten studierten, sind heutige Studierende an feste Module und enge Prüfungszeiträume gebunden. „Unsere Eltern hatten noch freie Studienzeiten, heute gibt es Anwesenheitspflichten und ein strukturiertes System“, sagt Jonas, 26, gegenüber meinbezirk.at . Laut der Studierenden-Sozialerhebung 2023 leiden 21 Prozent unter studienerschwerenden Beeinträchtigungen, neun Prozent unter psychischen Belastungen. 80 Prozent fühlen sich durch Studium und Nebenjob gestresst (generali.at, studo.com, Rehadat Statistik).
Filme wie Bad Neighbors (2014) oder 21 & Over (2013) zeigen Studierende als dauerhafte Partygänger. Diese Klischees prägen das öffentliche Bild, während in der Realität viele Abende nicht in Clubs, sondern in Bibliotheken oder am Arbeitsplatz verbracht werden – weit entfernt vom Lotterleben (Studierenden-Sozialerhebung 2023).